Wie velofreundlich sind die GemeinderatskandidatInnen?

Pro Velo Bern wollte von den Kandidierenden wissen, wie stark ihnen die Anliegen der Velofahrenden am Herzen liegen.

Wir haben ihnen folgende Fragen gestellt:
1. Wie oft fahren Sie selber Velo und wozu?
2. Wieso sollten Velofahrende gerade Sie wählen?
3. Welche drei Massnahmen zur konkreten Veloförderung würden Sie als Gemeinderätin oder Gemeinderat ergreifen?

Wir haben viele spannende Antworten erhalten. So viele, dass sie im velojournal gar keinen Platz gefunden haben. Du findest sie deshalb im Folgenden. (Zuerst die Antworten der Kandidierenden, die Mitglied bei Pro Velo Bern sind. Dann alle anderen. Alle alphabetisch nach Vornamen.)

 

 

Alec von Graffenried, GFL, RotGrünMitte-Liste

1. Seit jeher, täglich: ob Arbeit, Einkauf (mit Anhänger), Freizeit (bergauf) oder Ferien. Das ist ökologisch, gesund, macht Spass und ich hab den Kopf frei. Oft kombiniere ich Zugreisen mit dem Velo-GA.

2. Ich will die Velostadt weiterbringen. Ich kenne die Velobedürfnisse aus eigener Erfahrung. Tramschienen, Schneeräumung, Ampeln, rechts abbiegen, Velo und öV: Ich weiss wovon ich spreche.

3. – Tempo 30 auf Hauptachsen dank Koexistenzmodell. Das bringt weniger Ampeln+Signale und Gefahren, und mehr Lebensqualität in die Quartiere.
– Panoramabrücke als abschliessende Krönung der Velostadt

 

 

Beat Gubser, EDU, liberal-bürgerliche Liste

1. Im Moment fahre ich nicht Velo.
2. Ich engagiere mich für eine ausgewogene Verkehrspolitik für alle Verkehrsteilnehmer (Fussgänger, Velo, ÖV, Auto).
3. Ich unterstütze im Grundsatz die Velo-Offensive und die Velobrücke. Wie schon bei Frage 2 erwähnt soll dies aber nicht auf Kosten der anderen Verkehrsteilnehmer gehen (FussgängerInnen, ÖV, Auto).

 

 

Franziska Teuscher, GB, RotGrünMitte-Liste

1. Ich benutze das Velo jeden Tag – auch im Winter. Dank meinem Velo komme ich im Alltag schnell und umweltschonend von A nach B. Auch am Wochenende nutze ich das Velo, das hält mich fit und munter.

2. Ich bin ehemalige Präsidentin der IG Velo und des VCS. Als Gemeinderätin engagiere ich mich für die Velooffensive, Velofahren soll sicher sein und Spass bereiten.

3. - Durchgehende, breite Velostreifen durch die Stadt.
- Jedes Kind hat ein eigenes Velo zur Verfügung und lernt es im Alltag brauchen.
- Jährliches Velofest mit Rundkurs im Raum Bern-Aaretal.

 

 

Matthias Stürmer, EVP, Mitte-Liste

1. Wir machen oft Veloferien. Wir sind zum Beispiel um den Bodensee gefahren sowie ein anderes Mal den Rhein entlang von Chur über Basel bis nach Mannheim. Im Alltag fahre ich vor allem Velo in der Stadt.

2. Velo ist das umweltfreundlichste und schnellste Fortbewegungsmittel in der Stadt. Darum unterstütze ich als Stadtrat und Pro Velo-Mitglied die Fördermassnahmen für den Langsamverkehr und die Velo-Offensive.

3. Neben den Hauptachsen soll die Veloinfrastruktur in den Quartieren ausgebaut werden.
Die Fuss- und Velobrücke unterstütze ich, wenn sie kostenmässig Sinn macht und nicht dringende Veloprojekte blockiert.

 

 

Michael Aebersold, SP, RotGrünMitte-Liste

1. Ich bin praktisch jeden Tag beruflich oder privat mit dem Velo unterwegs. Winter wie Sommer, Tag und Nacht, sieben Tage die Woche. Einmal pro Jahr mache ich eine grosse Velotour mit dem Renner.

2. Als versierter Velofahrer kenne ich die Gefahren und weiss, wo der Schuh drückt. Als Gemeinderat werde ich mich für ökologische Mobilität und die konsequente Förderung des Veloverkehrs einsetzten.

3. Die Velobrücke, Velobahnen und genügend Abstellplätze liegen mir am Herzen. Sofortmassnahmen braucht es beim Winterdienst und bei der Baustellenbewirtschaftung, wo das Velo oft vergessen geht.

 

 

Ursula Wyss, SP, RotGrünMitte-Liste

1. Ich bin fast täglich mit dem Velo unterwegs. Ich fahre zur Arbeit, an Sitzungen und, seit unser Sohn Lyonel selber Velo fährt, auch in der Freizeit. Velofahren tut einfach gut.

2. Weil ich in den letzten vier Jahren gezeigt habe, dass es mir ernst ist mit Verbesserungen für den Veloverkehr. Heute wird dank der Velo-Offensive, nebst öV und Fussverkehr, auch das Velo stark gefördert.

3. - Städtische und regionale Velohauptrouten für Sicherheit und Komfort, dazu gehört auch die Velobrücke Länggasse-Breitenrain.
- Zusätzliche Veloparkplätze.
- Spielerische Angebote für Kinder und Jugendliche.

 

 

Alexandre Schmidt, FDP, liberal-bürgerliche Liste

1. In der Freizeit und sehr gerne während den Ferien. In der Stadt Bern bin ich Fussgänger und öV-Benutzer.

2. Weil ich sie gern habe.

3. - Schaffung eines Kinderverkehrsgarten, damit Kinder im geschützten Raum Velofahren und Strassenbenützung lernen können.
- Entschärfung gefährlicher Stellen.
- Verflüssigung des Veloverkehrs.

 

 

Barbara Freiburghaus, FDP, liberal-bürgerliche Liste

1. Nachdem mir zum dritten Mal das Velo gestohlen wurde, bin ich zurzeit nicht mehr im Besitz eines Velos. Ich benutze somit den öv, das Auto oder gehe zu Fuss.

2. Alle Verkehrsteilnehmer sollten ihren fairen Anteil an den Ressourcen und am zur Verfügung stehenden öffentlichen Raum haben.

3. Prioritär Lösungen für gefährliche Kreuzungen/Stellen suchen; Velostreifen und Fussgängerwege soweit als möglich trennen; konsequentes Vorgehen gehen Velo-Diebstähle.

 

 

Erich Hess, SVP, SVP-Liste

1. Wenn ich am Wochenende Zeit finde, fahre ich gerne Mountainbike.

2. Velofahrer wie auch Automobilsten wünschen eine freie Fahrt ohne Verkehrsschikanen. Ich behandle alle Verkehrsteilnehmer gleich und spiele nicht beiden Gruppen gegeneinander aus.

3. Sichere Velostreifen statt gefährliche Slalom-Fahrt in Tempo-30-Zonen; weniger Velodiebstähle dank mehr Polizeipräsenz; mehr Prävention an Schulen für sicheren Umgang mit dem Velo im Strassenverkehr

 

 

Maurice Lindgren, jglp, Mitte-Liste

1. Täglich. Um es kurz zu machen zähle ich besser auf für was ich es NICHT brauche: Arbeitsweg Praktikum (wegen dem Anzug), Sport (lieber KungFu und Joggen) und wenns mal nach Zürich in den Ausgang geht.

2. Weil ich als regelmässiger Velofahrer und sporadischer Autofahrer die Verkehrssituationen aus beiden Blickwinkeln kenne und weil ich weder ein Velo- noch Autonazi bin.

3. Bei Rot auch rechts abbiegen dürfen; Plattform für Chip-Angebot anstossen gegen nervige Diebstähle; schnelle Elektrovelos als Autos behandeln, weil das für alle angenehmer ist.

 

 

Melanie Mettler, glp, Mitte-Liste

1. Ich bin täglich mit Velo oder zu Fuss in Bern unterwegs, und das gern: von und zur Arbeit, ins Parlament, für Sunraising, zum Feierabendschwatz und momentan beim Briefkästelen in allen Quartieren.

2. Der Langsamverkehr geht am schonendsten mit Ressourcen um. Ich habe mich für die Ziele der Velooffensive stark gemacht. Auch in Zukunft werde ich für die deutliche Steigerung des Langsamverkehrs kämpfen.

3. Velofahrende sollen sich auf geteilten Strassen sicher fühlen. Im urbanen Raum geht das nebst baulichen Massnahmen nur mit Bewusstsein für die verschiedenen Verkehrslogiken.

 

 

Thomas Berger, jf/FDP, liberal-bürgerliche Liste

1. Ich nutze das Velo primär zum Sport und als praktisches Fortbewegungsmittel. Dies gilt besonders für Strecken, welche mit dem ÖV umständlich zu erreichen sind.

2. Ich setze mich für eine umfassende Verkehrspolitik ein, in welcher alle Bedürfnisse berücksichtigt werden und die Verkehrsteilnehmer nicht gegeneinander ausgespielt werden.

3. - Konfliktreiche Situationen an neuralgischen Stellen, etwa bei ÖV-Haltestellen, entschärfen
- Sichere Velowege auch im Herbst und Winter
- Konsequentes Vorgehen gegen Velo-Diebstähle

 

 

Vania Kohli, BDP, Mitte-Liste

1. Im Sommer sehr häufig – weniger häufig im Frühling und Winter – nie im Winter, also kurz zusammengefasst: bei schönem, warmem Wetter und um mich in Bern schneller fortbewegen zu können.

2. Weil ich ein besonders schönes, gelbschwarzes e-Velo habe :-) :-) :-).

3. - Velos sollten auf breiten Trottoirs immer fahren dürfen, wie z.B. am Muristalden.
- Auf wenigstens einer Seite der Aare müsste ein Veloweg sein.
- Es sollte viel mehr Velowege in den Berner Wäldern geben.