Prix Velostädte: Köniz und Bern vorne mit dabei

Zum vierten Mal hat Pro Velo Schweiz den PRIX Velostädte vergeben. Die vorderen Plätze bleiben im Vergleich zu vor vier Jahren unverändert. Die Siegerstadt heisst zum dritten Mal in Folge Burgdorf.

Pro Velo hat im Herbst 2017 die Menschen in der Schweiz dazu aufgerufen, die Velotauglichkeit ihrer Gemeinde zu beurteilen. An der Online-Befragung PRIX Velostädte haben zwischen September und November 2017 rund 17‘000 Velofahrende teilgenommen. Sie konnten 34 Fragen zu den Themen Verkehrsklima, Sicherheit, Komfort, Routennetz und Abstellmöglichkeiten beantworten; auch das Verhältnis zwischen Velo und Verwaltung konnte beurteilt werden.

34 Städte, die das Minimum von 130 ausgefüllten Fragebogen erreichten, schafften es in die Rangliste (sechs mehr als vor vier Jahren). Die Gesamtrangliste über alle Stadtgrössen sieht auf den ersten drei Plätzen exakt gleich aus wie vor vier Jahren:
1. Burgdorf
2. Chur
3. Winterthur

Bei den kleinen Städten (bis 30‘000 Einwohner/innen) schafft es ein Neuling weit nach vorne, nämlich Reinach BL auf Platz 2.

Bei den mittelgrossen Städten (30‘000 – 99'999 Einwohner/innen) verteidigte Chur den 1. Platz, Köniz bleibt auf Rang 2, und Thun löst Biel auf dem 3. Platz ab.

Bei den grossen Städten bleibt Winterthur die Nummer 1, Basel die Nummer 2 und Bern die Nummer 3. Zürich schliesst auf die Deutschschweizer Grossstädte auf und gibt das Schlusslicht an Lausanne ab.

Noten zwischen 3.1 und 4.7
Jede Aussage oder Frage konnte mit einer Note zwischen 1 und 6 beurteilt werden. Die Gesamtnote liegt ür das erstplatzierte Burgdorf bei 4.7, für das letztplatzierte Fribourg bei 3.1. Interpretiert man die Noten wie eine Schulnote, dann ist die 4.7 für Burgdorf noch unterhalb von „gut“. Velofahrende sind kritisch, wenn sie präzise Fragen vorgelegt erhalten.

Gegenüber der generellen Aussage „Ich kann hier gut Velofahren“, sind sie etwas grosszügiger: Dafür wurden Noten bis 5.3 vergeben (für Winterthur). Seit der letzten Umfrage vor vier Jahren gab es innerhalb der Städte nur geringe Änderungen bei der Benotung; die beste Veränderung gegen oben erreichte St. Gallen mit 0.4 Punkten. Die Velofahrenden nutzen die Möglichkeit, sich über die Velosituation in ihrer Stadt zu beschweren oder - im Gegenteil – diese zu loben.

Die Durchschnittsnote für alle Städte zusammen liegt bei 3.9 um 1/10 höher als vor vier Jahren. Diese Noten zeigen: Die Situation hat sich leicht verbessert, doch es gibt Luft nach oben.

Preisverleihung in Burgdorf
Die Preisübergabe und Rangverkündigung fand am 4. Mai 2018 in Burgdorf statt. Der Burgdorfer Gemeinderat Theophil Bucher war hoch erfreut und sagte: "Burgdorf ist und bleibt eine Velostadt. Es ist schön zu wissen, dass die Anstrengungen der letzten Jahrzehnte von der Bevölkerung geschätzt werden. Erfreulich ist auch, dass die anderen Städte aufholen. Dies motiviert uns, dran zu bleiben und viele weitere Ideen umzusetzen.“ Pro-Velo-Präsident und Nationalrat Matthias Aebischer führte durch den den Anlass und meinte zum Schluss: „Wettbewerb ist nicht alles, aber ein wenig Wettbewerb tut den Städten gut. Schön ist auch, dass die Velofahrenden gezeigt haben, dass ihnen die Infrastruktur und die Bemühungen der Städte nicht egal sind.“

Der PRIX Velostädte wird unterstützt vom Bundesamt für Strassen (ASTRA). Sponsoren der Wettbewerbspreise (für das Preisausschreiben für die Teilnehmenden) sind die Tour de Suisse Rad AG, Rent a bike und Knog. 

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