Medienmitteilung: Augenwischerei beim Autobahn-Ausbau im Wankdorf

Medienmitteilung vom 5. Juli 2019

Augenwischerei beim Autobahn-Ausbau im Wankdorf

Im Zusammenhang mit dem Ausbau des Autobahn-Knotens Wankdorf werden wiederholt Behauptungen zum Veloverkehr verbreitet, die einer näheren Prüfung nicht standhalten. Zuletzt durch Ueli Weber, ehemaliger Kreis-2-Oberingenieur des Kantons Bern (siehe Der Bund vom 04.07.2019). «Die angepriesenen Verbesserungen für den Veloverkehr sind für die Velofahrenden von zweifelhaftem Nutzen und dienen in erster Linie dazu, den Verkehrsfluss der Autos zu erhöhen», sagt Michael Sutter (Präsident Pro Velo Bern). Definitiv ins Reich der Mythen gehört zudem die Aussage, dass eine ganze Reihe Alleebäume «wegen des Veloverkehrs» gefällt werden muss. Auch hier ist eine Erhöhung der Kapazität für den Autoverkehr der eigentliche Grund. Weil der Ausbau des Knotens Wankdorf keine brauchbaren Lösungen für die Velofahrenden bringt, engagiert sich Pro Velo Bern auch im Verein Spurwechsel, der für Alternativen zum Autobahnausbau kämpft.

Kaum Sicherheitsgewinn

Die Brücke führt die Velofahrenden auf die (verkleinerte) Grosse Allmend. Wer von dort aus weiter ins Stadtzentrum will, muss anschliessend einen der Unfallschwerpunkte Guisanplatz oder Wankdorfkreisel überqueren. Insgesamt wird die Sicherheit für die Velofahrenden damit kaum erhöht und die neuen Verbindungen sind für den Alltagsverkehr untauglich. Die neuen Brücken dienen vielmehr dem Ziel, den Verkehrsfluss der Autos auf der Bolligenstrasse zu erhöhen, indem der Veloverkehr separat geführt wird.

Alleebäume erhalten

Schlichtwegs falsch ist die Behauptung, dass eine Baumreihe der Bolligenallee «wegen des Veloverkehrs» gefällt wird. Der Veloweg könnte nämlich problemlos ausserhalb der Allee erstellt werden, was sogar die Sicherheit erhöhen würde. Alternativ könnte auf eine der beiden Spuren für den motorisierten Verkehr (im Einbahnverkehr) verzichtet werden, womit es mehr als genug Platz für eine gute und sichere Velolösung zur Verfügung hätte, ohne die geschützten Bäume zu fällen.

Veloinitiative umsetzen

Die deutliche Annahme der Velo-Initiative muss sich auch auf Strassenbau-Projekten des Bundes auswirken. Pro Velo Bern fordert daher, dass das Projekt sistiert wird und den Anliegen des Fuss- und Veloverkehrs bei der Überarbeitung eine höhere Priorität zukommt. Statt der geplanten Brücke braucht es eine direkte und sichere Verbindung für den Veloverkehr. Pro Velo Bern ist gerne bereit, die Behörden dabei mit seinem Fachwissen zu unterstützen.