Der aktive Verkehr verdient diese Brücke!

Ursprünglich sollte die Panoramabrücke zwischen Breitenrain und Länggasse 2018 gebaut werden, doch es ist noch keine Spur davon zu sehen. Nach jahrelangem Hin und Her und hoffnungsvollen Fortschritten wurde heute eine weitere Verzögerung bei der Planung bekanntgegeben. Für die Velofahrenden in der Region Bern ist das sehr enttäuschend, denn die Netzlücke im regionalen Velonetz ist seit langem breit anerkannt und auch die Nachfrage für eine grosse Anzahl von Velofahrenden ist längst nachgewiesen. Michael Sutter, Präsident von Pro Velo Bern bedauert die erneute Verzögerung: «Die Panoramabrücke ist ein Herzstück der Velooffensive. Dass der Wettbewerb nun fast drei Jahre später startet, ist sehr bedauerlich und nicht nachvollziehbar».

Dass die Öffnung des Variantenfächers, die der Stadtrat beschlossen hat, den Projektwettbewerb schwieriger macht, ist zwar nachvollziehbar; gleichzeitig ist es aber extrem enttäuschend, dass es nun noch einmal eine Verzögerung um ein weiteres Jahr gibt. Die notwendigen Abklärungen könnten auch in erheblich kürzerer Zeit erfolgen. Die Planung dieser Brücke dauert schon viel zu lange; dabei wäre es so wichtig, dass den Velofahrenden endlich eine attraktive Alternative zu den schwierigen und gefährlichen Zuständen rund um Henkerbrünnli, Bollwerk und Lorrainebrücke geboten würde.

Viele Brücken für den öV und den MIV, eine Brücke für die aktive Mobilität
Pro Velo Bern steht einer Öffnung der Brücke für den öffentlichen Verkehr kritisch gegenüber. Um ein sicheres Nebeneinander von Velofahrenden, Zufussgehenden und ÖV-Fahrzeugen zu ermöglichen, müsste die Brücke in ganz neuen Dimensionen geplant werden, mit entsprechend höheren Kosten. Die Panoramabrücke soll eine attraktive, entspannte und direkte Verbindung für den Velo- und Fussverkehr werden. In wieweit sich dies mit einem Shuttle-Bus verträgt, ist sehr fraglich. Anders als für den Veloverkehr stellt die Verkehrssituation im Bereich Henkerbrünnli und Lorrainebrücke sowie die Höhendifferenzen für den ÖV kein Problem dar, schliesslich sind die Strassen bereits in hohem Masse auf ihn ausgerichtet.
Es ist gesundheits- und energiepolitisch, aber auch aus Platzgründen äusserst wünschenswert, dass die aktive Mobilität zu Fuss und mit dem Velo in den Städten spezifisch gefördert wird. Rebecca Müller, Geschäftsführerin von Pro Velo Bern: „Will Bern Velohauptstadt werden, dann braucht es dazu auch mutige und interessante Infrastruktur, die spezifisch auf den aktiven Verkehr ausgerichtet ist.“