Bern ist bereit fürs Bikesharing

Bikesharing hat weltweit in Hunderten von Städten in einem Ausmass Leute aufs Velo gebracht, wie das kaum vorstellbar war. Pro Velo Bern begrüsst deshalb den Entscheid des Stadtrates, dieses schon sehr lange währende Projekt endlich an den Start zu bringen. Michael Sutter, Präsident von Pro Velo Bern und Stadtrat zeigt sich erfreut: „Die Stadt Bern baut das grösste Veloverleihsystem der Schweiz und eines der dichtesten in ganz Europa auf. Dies bringt die Veloförderung einen wichtigen Schritt vorwärts.“

Der Stadtrat hat seine früheren Entscheide bekräftigt und sieht Bikesharing als Teil einer effizienten Stadtmobilität. Pro Velo Bern ist erfreut und überzeugt, dass mit dem neuen Angebot noch mehr Leute fürs Velo begeistert werden können - und zwar sowohl Touristinnen und Pendler wie auch Berner_innen.

Bikesharing bietet eine super Gelegenheit für Tourist_innen, Bern zu erkunden. Wer zuhause gewohnt ist, das Velo oder Bikesharing zu nutzen, vermisst dies heute in Bern schmerzlich. Auf dem Velo kommt man weit und sieht alles von nahem.

Mobilitätsketten für effizientes Vorwärtskommen
Bikesharing ist ideal für eine neue Art von Mobilität, bei der für jeden Abschnitt das passende Fahrzeug gewählt wird: Von Wünnewil mit dem Zug in die Stadt. Dann aufs Bikesharing-Velo bis zur Kornhausbibliothek. Anschliessend zu Fuss zum Kaffeetermin nebendran. Wieder aufs Velo zum Znacht bei Freundinnen in Ostermundigen. Zuletzt mit dem Zug zurück nach Hause. So hat ein Bikesharing-System gerade in Bern mit seinen vielen Pendler_innen ein grosses Potenzial, die innerstädtischen Glieder der Mobilitätsketten wahrzunehmen. Bikesharing dient aber auch Berner Velofahrenden, wenn das eigene Velo gerade nicht dort steht, wo es gebraucht wird. Zum Beispiel nach einem langen Aareschwumm oder wenn man den letzten Bus verpasst hat. Oder wenn das Velo in der Reparatur ist und kein Ersatz zur Verfügung steht.

Free-Floating-Systeme als mögliche Ergänzung
Trotz Bedenken betreffend Qualität der Fahrräder und Datenschutz sollen in Bern auch freefloating- Verleihsysteme möglich sein. Voraussetzung dafür ist, dass klare Regeln betreffend Sicherheit, Wartung und der Nutzung des öffentlichen Raums vereinbart und durchgesetzt werden. Dabei wird sich zeigen, ob diese eine sinnvolle Ergänzung zum öffentlichen Veloverleihsystem darstellen und eine Nachfrage besteht.

Auch andere Velos wollen an den Bahnhof
Es gibt natürlich aber auch Herausforderungen: Damit Bikesharing sein Potenzial in Bern entfalten kann, muss es zwingend über die Stadtgrenzen hinaus realisiert werden und eine schweizweite Vereinheitlichung des Zutrittsystems muss gewährleistet sein. Für Pro Velo Bern ist zudem klar, dass die Bikesharing-Stationen nicht gegen bestehende Veloabstellplätze ausgespielt werden dürfen. Der öffentliche Raum ist knapp – die Ursache dafür sind aber nicht die schlanken Velos. Im Gegenteil: Die Velos und das Bikesharing sind eine effiziente, gesunde und umweltfreundliche Lösung für das prognostizierte enorme Verkehrswachstum der nächsten Jahre. Deswegen dürfen die neuen Velos nicht den bereits bestehenden starken Platzmangel rund um den Bahnhof verstärken, sondern es braucht zusätzlichen Raum.