Zweirichtungsfahrzeuge statt Tram-Wendeschleifen

Das regionale Tramkonzept orientiert sich primär an Kapazitätsfragen und der Netztopologie. 
Über die Problematik der Einbettung von Tramlinien in den Strassenraum, die Details der Infrastruktur und das Rollmaterial wird nichts gesagt.

Pro Velo legt der Politik bezüglich Rollmaterial und Netzelementen eine fundamental neue Ausrichtung nahe (dies im Widerspruch zu 'Pro Bahn'):
So brauchen die Netzbetreiber nicht primär immer mehr Wendeschleifen, sondern sollten sich auf Zweirichtungsfahrzeuge einrichten.
Diese Tramzüge mit beidseitigen Führerständen können mittels Gleiswechsel-Weiche auf kleinstem Raum überall auf der Strecke wenden (sogar an Endstationen, wie das "Blaue Bähnli" am Casinoplatz beweist). Sie machen Wendeschleifen und umstrittene "Dienstgleise" wie am Burgernziel (welches von Pro Velo wegen seiner Verkehrsgefährdung bekämpft wird) vollständig überflüssig.

Wendeschleifen beanspruchen enorm viel Platz oder Land. Obwohl jene zwischen Endhaltestellen sehr selten benutzt werden, gefährden sie im Strassenraum andauernd den Veloverkehr. Auch fordern hier die Behindertenverbände baulich abgetrennte Gleis-Trassees, was zu sinnlosen Stolperfallen führt und die Gestaltung und Nutzung dieser Plätze massiv einschränkt.
Zweirichtungszüge können einfacher und fast überall per Gleiswechsel gewendet werden und bieten auch mehr Flexibilität bei Linienführung und Haltestellen: Durch die auch linksseitigen Türen sind auch gemeinsame und platzsparende Mittelperrons möglich. Dies erweitert auch die Möglichkeit, Tramlinien vermehrt unterirdisch zu führen. Und Mittelperrons gefährden den Veloverkehr nicht.
Neue Tramlinien (z.B. Edinburgh) oder U-Bahnen werden mit Zweirichtungszügen konzipiert.
Der Verlust einiger Sitzplätze aufgrund beidseitiger Türen fällt nicht ins Gewicht (und ergibt mehr Stehplätze).
Die Zusatzkosten beim Rollmaterial werden wettgemacht durch wesentlich geringere Aufwendungen bei den Gleisanlagen, den Gewinn an Flexibiltität im Netz (Haltestellen, Linienführung) und in der Stadtgestaltung, sowie durch den stark reduzierten Platzbedarf für Wendemanöver.


http://www.bernmittelland.ch/de/themen/verkehr/sektorbern/tramkonzept.php