RGSK-Mitwirkung: Bitte das Motto konsequent umsetzen!

Pro Velo Bern begrüsst die Möglichkeit zur Mitwirkung und unterstützt vollumfänglich das zugrundegelegte Motto: «1. vermeiden, 2. verlagern, 3. verträglich gestalten». Leider wird dieses Motto nicht konsequent umgesetzt. Soll aber die Region Bern lebenswert bleiben, müssen alle Strategien auf die beiden ersten Pfeiler ausgerichtet werden. David Stampfli, Präsident von Pro Velo Bern: "Zur Entlastung des Gesamtverkehrs muss der Veloverkehr stärker gefördert werden."

Pro Velo Bern ist der Ansicht, dass im RGSK II nicht einfach die - keineswegs nachhaltigen - Verkehrszunahmeprognosen übernommen und der Planung zugrunde gelegt werden sollen. Dieser gibt sich zwar das obenstehende Motto, das Pro Velo Bern vollumfänglich unterstützt, setzt dieses dann aber nicht um. Die konkreten Strategien und Massnahmen sind immer noch auf die „Bewältigung“ eines als unvermeidbar angesehenes Verkehrs-wachstums ausgerichtet, anstatt auf dem Vermeiden und Verlagern zu liegen.

Vermeiden
Pro Velo Bern begrüsst die angestrebte Verdichtung nach innen unter der Bedingung einer guten Aussenraumgestaltung. Verdichtung ist wichtig und zentral, damit Mobilitäts-bedürfnisse gut mit dem Veloverkehr abdeckbar sind.

Verlagern: Das Potenzial der Elektrovelos
Die konkurrenzlos verträglichsten Verkehrsarten sind der Fuss- und der Veloverkehr. Dabei kann der Veloverkehr nicht nur den MIV entlasten, sondern ist eine gesunde und schnelle Alternative zum öffentlichen Verkehr. Der Fuss- und Veloverkehr ist somit im städtischen Gebiet als zentraler Schlüssel zu einer zukunftsfähigen Verkehrspolitik zu bewerten. Der ÖV ist als Ergänzung für längere Strecken und besondere Bedürfnisse zu betrachten und nicht als „Rückgrat der regionalen Entwicklung und als Grunderschliessung des Kerngebiets“ zu bezeichnen (S. 77).
Das Aufkommen der Elektrovelos bietet zudem ein grosses Potenzial über längere Distanzen, kann Fahrten mit dem MIV und dem öV ersetzen oder bei Haltestellen das Einzugsgebiet massiv vergrössern. Dies fliesst noch wenig ein.
Pro Velo Bern begrüsst sehr, dass seit der letzten Mitwirkung die Idee der Velobahnen vom RGSK wohlwollend aufgenommen wurde.

Verträglich gestalten: Stau an der Ampel
Der Veloverkehr muss konsequent vom MIV-Verkehrsmanagement ausgenommen werden. Zu den Widerständen gehören auch die - gerade in der Kernagglomeration teils übermässig eingesetzten - Lichtsignale. Lichtsignale, die entweder ganz allgemein für die Gewähr-leistung des (MIV- und ÖV-) Verkehrsflusses nicht nötig sind, gehören entfernt. Bei vielen weiteren muss die Bereitschaft reifen, die Betriebszeiten zu reduzieren oder die Betriebsart velogerechter zu gestalten. Wird der Veloverkehr bei Lichtsignalen besser berücksichtigt, verbessert sich neben dem Verkehrsfluss für die Velos auch das allgemeine Verkehrsklima, weil es zu weniger formalen Verstössen gegen (unnötige) Regelungen kommt.

Die Stellungnahme zum RGSK II von Pro Velo Bern ist hier zu finden.
Medien-Auskunft: David Stampfli, Präsident Pro Velo Bern, 079 775 62 05