Neuengassunterführung: Pro Velo Bern akzeptiert die Streichung der Veloabstellplätze nicht!

Nun hat die Stadt vom Regierungsstatthalter grünes Licht für die Neugestaltung des Bahnhofzugangs Neuengasse erhalten. Damit ist der Weg frei, um 24 Veloabstellplätze aufzuheben. Zusammen mit denjenigen vor dem Schweizerhof werden in kurzer Zeit über 50 Abstellplätze in diesem Perimeter ersatzlos gestrichen. Mit schwer verständlicher Sturheit hält die Stadt am Neubauprojekt der Neuengassunterführung fest, obschon ausser der Liegenschaftsverwaltung kaum jemand vom Projekt überzeugt ist. Pro Velo Bern prüft den Weiterzug des Entscheides.

Kostenfreie Abstellplätze für Velos auf dem Bahnhofplatz sind heiss begehrt. Verständlich, denn der Bahnhof ist mittlerweile nebst seinem ursprünglichen Zweck auch ein Einkaufszentrum geworden. Deshalb sind leicht zugängliche Abstellplätze für eine kurze Nutzungsdauer äusserst wichtig und müssen erhalten bleiben.

 Unverständlich ist, dass die Stadt Bern solche Abstellplätze ersatzlos streicht. Schon vor dem Schweizerhof wurden 2011 in unmittelbarer Nähe 34 Plätze aufgehoben. Wenn die Stadt keine vergleichbaren Ersatzstandorte realisiert, stehen Bahn- aber auch Rail-City-KundInnen 54 wertvolle Abstellplätze weniger zur Verfügung.

 «Wir prüfen nun einen Weiterzug des Entscheides» äussert sich dazu Stefan Jordi, Präsident von Pro Velo Bern. Es stelle sich die Frage, ob die Stadt Bern nicht verpflichtet wäre, für die Ladenflächen, die sie in der Neuengassunterführung vermietet, eine genügende Anzahl von Veloabstellplätzen gemäss kantonaler Gesetzgebung zur Verfügung zu stellen. Die Stadt kritisierte schon mehrmals, dass die SBB für Rail-City-Ladenflächen keine eigenen Veloabstellplätze anbietet. Wenn die Stadt es aber selber in der Hand hat, velofreundlicheres Verhalten an den Tag zu legen, gelten plötzlich andere Prinzipien. Die Verweise auf ausreichende Anzahl Abstellplätze im unteren Bollwerk oder an der Genfergasse sind nicht stichhaltig: Erstere sind nicht im näheren Umkreis und Zweitere anderen Nutzungen zugeordnet.

 Pro Velo Bern wird sich weiterhin für die genügende Anzahl von Abstellplätzen im Bahnhof-Perimeter einsetzen, seien es kostenfreie an der Oberfläche oder solche in den Velostationen. Nur mit entsprechender Infrastruktur ist die wünschenswerte Förderung der Kombination Veloverkehr – öV möglich.