Mehr als den Lenker im Griff: Velofahrkurse für Kinder

Am 6. Mai startet die Velofahrkurs-Saison von Pro Velo Bern mit einem Kurs in Belp.
Am Dienstag fand der Saisonauftakt der Fahrkurs-LeiterInnen statt, der unter dem Motto „Miteinander im Strassenverkehr“ stand und die Perspektive von bernmobil-Chauffeusen und -Chauffeuren näherbrachte. Rebecca Müller, Geschäftsführerin von Pro Velo Bern: „Der Einblick in die Perspektive anderer VerkehrsteilnehmerInnen ermöglicht mehr Gelassenheit und Solidarität im Verkehr.“

Die Velofahrkurse vermitteln die Grundlagen, um mit dem Velo sicher durch den Verkehr zu kurven. In der Theorie und im geschütztem Terrain wird gelernt und geübt, was anschlies-send auf den Quartierstrassen in realen Verkehrssituationen angewendet wird.
Nach dem letztjährigen Rekordjahr mit 829 Teilnehmenden bietet Pro Velo Bern dieses Jahr wieder an 16 Standorten in der Stadt und Region Bern Velofahrkurse für Kinder und ihre Begleitpersonen an. Die Kurse nach den Sommerferien starten mit einer Premiere: Zum ersten Mal findet ein Kurs in Bremgarten statt.
Pro Velo ist ein vom schweizerischen Verkehrssicherheitsrat anerkannte Kursveranstalterin und wird vom Fonds für Verkehrssicherheit und von sympany unterstützt. Die Berner Kurse werden zudem von der Fachstelle Fuss- und Veloverkehr der Stadt Bern unterstützt.


David und Goliath: Im Verkehr sind wir alle aufeinander angewiesen
Am Saisonauftakt war Fritz Zurflüh, Leiter Personalentwicklung von BERNMOBIL zu Gast und konnte aufzeigen, wieso Velofahrende für Buschauffeusen und Tramchauffeure einen Schlüsselreiz bedeuten und wie bernmobil versucht, professionelles und gelassenes Verhalten im Verkehr zu fördern. Wenn Velofahrende einem Combinotram, das 55 Tonnen wiegt und einen Bremsweg von 40 Metern hat, den Weg abschneiden, dann löst das ganz viel Angst, Schrecken und Unverständnis aus.

Aber auch Velofahrende fühlen sich manchmal nicht ernst genommen. Deswegen gibt es seit 2013 für Weiterbildungskurse von bernmobil eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Pro Velo Bern. Nicht alle Chauffeure kennen den Strassenverkehr aus dem Blickwinkel der Velofahrerin und wissen, wieviel Eindruck so ein Bus im Rücken oder neben einem macht.


Ab durch die Mitte
Das LeiterInnenteam von Pro Velo Bern nimmt sich jedes Jahr einen Aspekt vor, dem es sich speziell widmen wird. Dieses Jahr wird die Sichtbarkeit thematisiert werden. Velofahrende haben nicht mehrere Tonnen schützendes und sichtbares Material um sich. Deswegen ist es zentral, dass sie dank ihrer Ausrüstung und ihrem Verhalten auf der Strasse sicher unterwegs sind.

Am Anfang der Kurse werden die LeiterInnen und Kinder jeweils mit Leuchtwesten ausgerüstet und die Velos der Teilnehmenden kontrolliert. Dies bietet die Gelegenheit, um auf die Wichtigkeit von hellen, reflektierenden und leuchtenden Kleider und Accessoires aufmerksam zu machen. In der Theorie wird den Eltern und Begleitpersonen eindrücklich demonstriert, wie dies zur Sichtbarkeit in der Nacht oder Dämmerung beiträgt.

Natürlich ist auch das Verhalten sehr wichtig. „Unterwegs auf einem schlanken Gefährt ist es für Velofahrende entscheidend, dass sie selbstbewusst ihren Platz einnehmen.“ sagt Rebecca Müller, Geschäftsführerin von Pro Velo Bern. Im Kurs wird beigebracht, dass der sicherste Weg durch den Kreisel in der Mitte der Fahrbahn durchführt. Denn im Kreisel sollen die Autos die Velos nicht überholen – zu gross ist die Gefahr, dass bei der Ausfahrt das Auto dem Velo den Weg abschneidet und es zu einer Kollision kommt.


Jahrelange erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei Bern
Auch die Polizei wird wieder an diversen Orten die Kurse von Pro Velo Bern unterstützen. Es ist für sie eine interessante Gelegenheit, mit den Eltern ins Gespräch zu kommen und die Kinder freuen sich über die uniformierte Präsenz.

Alle Infos und Kurse unter www.provelobern.ch/aktivitaeten/kinderfahrkurse

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