Kritik an «Korrektion Bolligenstrasse Nord» Ablehnung des Autobahn-Grossprojekts am Schermenweg

Pro Velo Bern übt Kritik an der sogenannten «Korrektion Bolligenstrasse Nord» und nimmt die Planung als teilweisen Rückschritt in der Velopolitik wahr. Das damit verbundene Autobahnprojekt am Schermenweg wird in der heute vorliegenden Form als rückwärtsgewandte Verkehrsplanung gänzlich abgelehnt. 

In der Mitwirkung zur «Korrektion Bolligenstrasse Nord» begrüsst Pro Velo Bern zwar, dass weiterhin konsequent Radstreifen angeordnet werden und auch ein Teil der velospezifischen Defizite erkannt wurden. 

Dennoch sieht Pro Velo Bern viele negative Punkte bei diesem Projekt. Insbesondere wird kritisiert, dass 

• das Projekt primär für den Autoverkehr gedacht ist, dessen Wachstum aber auf ungesicherten Szenarien beruht. 

• drei gut funktionierende Kreisel durch Ampelanlagen ersetzt werden sollen. 

• der Netzwiderstand auf dieser Pendlerroute für den Veloverkehr steigen dürfte. 

• viele Velo-(und auch Fussgänger-)beziehungen ungelöst sind. 

• die Kapazitätserweiterung der Bolligenstrasse eine Vorleistung zu sein scheint für einen Grossumbau des Autobahnanschlusses Schermenweg. 

• letzteres Projekt von der Mitwirkung ausgeschlossen ist. 

Aus diesen Gründen stellt Pro Velo Bern klare Forderungen an das Projekt. Insbesondere wird verlangt, dass 

• das vom Kanton 2007 für spätestens 2012 zugesicherte Herrichten der Bolligenstrasse Süd (neben Kleiner Allmend) für den Veloverkehr prioriär umgesetzt wird. 

• vor einem Ausbau der Bolligenstrasse Nord (Bereich Waldau) zuerst in einem Verkehrsversuch die angestrebte Bus-Bevorzugung getestet wird, welche mit wesentlich weniger Strassen, Ampeln und Kosten auskommt. 

• gegenüber heute keine Nachteile für den Veloverkehr entstehen 

• die geplanten sogenannt «intelligenten Ampeln» endlich auch den Veloverkehr korrekt erfassen und adäquat bevorzugen. 

• das Potential dieser Achse als Velobahn ausgeschöpft wird. 

• auf das Autobahnprojekt am Schermenweg verzichtet wird. 

Das Autobahnproblem soll nicht auf Kosten des Gemeindenetzes gelöst werden. Es darf nicht sein, dass Fuss-und Veloverkehr auf der Kreuzung Schermenweg/Autobahn verboten und auf ein drittes Niveau verlegt werden.