Die Velobrücke Länggasse-Breitenrain verbindet 120 000 Wohn- und Arbeitsplätze

 

Velofahren in der Stadt muss sicher, schnell und steigungsarm sein. Diese Punkte erfüllt die Velobrücke über die Aare. Bund, Kanton und Stadt schätzen den Nutzen des Projekts genauso ein. Pro Velo Bern fordert die Stadt auf, endlich weitere Planungsschritte vorzunehmen und die Brücke bis 2019 zu realisieren. Die Stadt Bern braucht dieses Leuchtturmprojekt für den Alltagsverkehr und den Tourismus.

Anlässlich ihrer Mitgliederversammlung diskutierte Pro Velo Bern die geplante Velo- und FussgängerInnenbrücke. Daniel Siegrist, Mitverfasser der Studie zur Linienführung zeigte auf, wo die Brückenköpfe optimal platziert sein müssten. Mit der bevorzugten Linienführung würde die 440 Meter lange Brücke von der Inneren Enge über die Aare bis zur Polygonbrücke reichen und die Länggasse ohne Höhendifferenz direkt mit dem Breitenrain verbinden. Auf beiden Seiten könnten 60‘000 Personen von dieser Verbindung profitieren, die TouristInnen auf der Suche nach einer spektakulären Aussicht nicht mitgezählt.

Die Erfahrungen anderer Brückenprojekte zeigen das Potenzial eindrücklich auf:  Die längste Bogen-Velo- und FussgängerInnenbrücke der Welt, die Dreiländerbrücke, verbindet die deutsche Stadt Weil am Rhein in Südbaden und das französische Huningue im Elsass. Johannes Foege, Mitinitiator und Gemeinderat von Weil am Rhein hat die 50 Anwesenden mit dem fertiggestellten und äusserst erfolgreichen Bauprojekt inspiriert.

Wie das Berner Projekt, steht auch der Schaffhauser Duraduct noch vor der Planungsphase. Hanspeter Hochreutener von Pro Velo Schaffhausen informierte über die Langsamverkehrsbrücke über das Mühlental in der Stadt Schaffhausen - auch dort ein Projekt mit grossem Nutzen für die Bevölkerung.

In Bern kann die Brücke über die Aare eine heutige Netzlücke im Veloverkehr perfekt geschlossen werden. Zudem können Velofahrende die gefährlichen und überlasteten Verkehrsnadelöhre am Bollwerk und auf der Schützenmatte umgehen. Pro Velo Bern wird in nächster Zeit das Projekt mit verschiedenen Massnahmen weiter unterstützen.

Pro Velo Bern hat einen neuen Präsidenten
Im statutarischen Teil der Versammlung wurde Stefan Jordi (Stadtrat SP) für seinen grossen langjährigen Einsatz als Präsident verdankt. Er hat Pro Velo Bern als Interessensverband für die Velofahrenden gestärkt, sehr erfolgreich politisch vernetzt und vielen Anliegen zum Durchbruch verholfen. Stefan Jordi tritt nach acht Jahren als Präsident von Pro Velo Bern zurück, da er als Co-Präsident der SP Stadt Bern gewählt wurde.
Als Nachfolger wurde David Stampfli, ebenfalls Stadtrat der SP gewählt. Der 30-jährige David Stampfli arbeitet als Botschaftsangestellter. Als Vizepräsident der Kommission für Planung, Verkehr und Stadtgrün (PVS) und als begeisterter Velofahrer bringt er ideale Voraussetzungen für das Präsidium von Pro Velo Bern. «Bern muss endlich eine richtige Velostadt werden!» fordert David Stampfli. «Ich freue mich, als Präsident wichtigen Projekten wie der Velobrücke und dem Ausbau von Veloabstellplätzen zum Durchbruch zu verhelfen.»
Prisca Lanfranchi, Stadträtin der GFL, wurde neu in den Vorstand gewählt.