Bikesharing: Bern rollt zu langsam an

Für Pro Velo Bern ist klar: Bikesharing ist eine Chance, mehr Leute fürs Velo zu begeistern und manche sogar vom Auto aufs Velo zu bringen. Diese muss genutzt werden. Die Bikesharing-Stationen dürfen aber nicht gegen bestehende Veloabstellplätze ausgespielt werden.

Anlässlich ihrer Mitgliederversammlung diskutierte Pro Velo Bern die Frage, ob Bern ebenfalls ein selbständiges Velo-Ausleihsystem braucht und welche Erfahrungen in der Schweiz bereits gemacht worden sind.

Jonas Schmid, Projektleiter bei velospot in Biel, zeigte auf, dass 8% der Fahrten mit velospot Fahrten mit dem Auto ersetzt haben. Das Bestechende am velospot-System ist die Einfachheit der benötigten Infrastruktur und damit die kurze Realisierungszeit.

Ein Bikesharing- System hat gerade in Bern mit seinen vielen PendlerInnen  hohes Potenzial. Stefan Jordi, Präsident von Pro Velo Bern: „Ein solches Projekt muss zwingend über die Stadtgrenzen hinaus realisiert werden. Es ist zu hoffen, dass hier mindestens Ostermundigen und Köniz für diese Idee begeistert werden können.“

Für Pro Velo Bern ist zudem klar, dass die Bikesharing-Stationen nicht gegen bestehende Veloabstellplätze ausgespielt werden dürfen. Der öffentliche Raum ist knapp – die Ursache dafür sind aber nicht die schlanken Velos. Im Gegenteil: Sie sind eine Lösung für das prognostizierte enorme Verkehrswachstum der nächsten Jahre.

Pro Velo Bern bedauert, dass Bern in Sachen Bikesharing so langsam vorwärts geht. Roland Pfeiffer, Leiter der Fachstelle Fuss- und Veloverkehr der Stadt Bern zeigte auf, dass der Zeithorizont der möglichen Einführung 2016 ist. Wenn es auch sicher sinnvoll ist, sorgfältig Vor- und Nachteile abzuwägen, kann Bern sich heute auf breite Erfahrungen anderer Städte abstützen und muss das Bikesharing-Rad nicht neu erfinden.

Zentral ist nach Ansicht von Pro Velo Bern die schweizweite Vereinheitlichung des Zutrittsystems. Es kann nicht sein, dass jede Stadt ein anderes System verwendet.

Im statutarischen Teil der Versammlung wurden u.a. vorgesehene Projekte und deren Finanzierung vorgestellt. Die Stadtrundfahrt von A nach Bern, die in Zusammenarbeit mit stattland entstanden ist, feiert am 5. Mai Premiere. Der Vorstand wird weiterhin präsidiert von Stefan Jordi (Stadtrat SP).