10 Jahre Veloförderung in der Stadt Bern

In Bern wurde in Sachen Veloförderung in den letzten Jahren einiges erreicht. Pro Velo Bern begrüsst beispielsweise die gesicherte Finanzierung. In vielerlei Hinsicht ist in der Stadt Bern das Velo als effizientestes, platzsparendes, leises und somit perfektes (Stadt-) Verkehrsmittel aber noch nicht genügend verankert.

Dank der vom Volk 1999 gut geheissenen Velo-Förderungspolitik konnte in den letzten zehn Jahren einiges erreicht werden: Neuralgische Punkte sind sicherer geworden, neue Velostreifen, Warteräume für Velofahrende vor Ampeln oder für Velos geöffnete Einbahnstrassen erlauben an vielen Stellen sicheres und zügiges Velofahren.
Mit der letztjährigen Erneuerung der Finanzierungsgrundlage durch den Stadtrat stehen 1.25 Mio. Fr. pro Jahr zur Verfügung, die nötigen Förderungs-massnahmen umzusetzen.

Veloabstellplätze leiden unter enormem Nutzungsdruck
Das A und O für Veloförderung sind sichere Verhältnisse und gute Infrastruktur. Die Velostation Milchgässli ist mit ihrem direkten Zugang zum Bahnhof Bern ein Beispiel. Gerade in letzter Zeit hat sich gezeigt, dass Veloabstellplätze unter enormen Nutzungsdruck stehen. So werden kostenfreie Abstellplätze rund um den Bahnhof immer weniger. Aber auch in den Quartieren werden für Velos reservierte Plätze rechtswidrig von Scootern und Motorrädern besetzt.

Von Anfang an mit dabei
Pro Velo Bern schaut mit gemischten Gefühlen auf die letzten zehn Jahre zurück. Durch die Fachstelle werden die Anliegen der Velofahrenden vermehrt einbezogen. Leider ist dies aber nicht immer so – vielfach geht das Velo unter den vielen Ansprüchen unter. Es muss viel mehr zu einer Selbstverständlichkeit werden, velospezifische Aspekte von Anfang an einzubeziehen – bspw. bei Planungen. Nur so können optimale Lösungen gefunden werden. Zu oft muss Pro Velo Bern auf dem Rechtsweg die Interessen von Velofahrenden durchsetzen – diese Energie könnte viel konstruktiver eingesetzt werden, bspw. in der Kommunikation.

Ein Engagement, das sich auszahlt
Pro Velo Bern fordert die Stadt auf, sich in den wichtigen Projekten zur Veloförderung stärker zu engagieren. Die von Pro Velo eingebrachte Idee der Velobahnen sind in der regionalen Verkehrskommission auf offene Ohren gestossen. Dies soll von der Stadt aktiv mitgetragen werden. Schliesslich profitiert die Stadt, wenn PendlerInnen aus der Agglomeration vom heute
schon stark beanspruchten öV und dem MIV aufs Velo umsteigen. In diesem Rahmen ist auch die Fuss- und Velobrücke Breitenrain-Länggasse voranzutreiben, der Mehrnutzen wurde schon lange belegt.

Pro Velo Bern hat in ihrem Manifest 2010 aufgezeigt, wie der Anteil der Anteil des Veloverkehrs von heute 11% bis 2015 auf 20% erhöht werden kann. Dafür braucht es eine aktive, unmissverständliche Veloförderungspolitik der Stadt Bern.